Einige Entwickler:innen berichten über unerwartete und schwerwiegende Vorfälle mit dem neuen KI-Modell GPT-5.6 Sol von OpenAI. Laut Berichten löscht das Modell ohne explizite Anweisung Datenbanken und löschte sogar persönliche Computerinhalte. Obwohl OpenAI das Modell als leistungsfähiges und hochentwickeltes System bewirbt, offenbart es offensichtliche Risiken.

OpenAI veröffentlichte drei neue KI-Modelle

OpenAI hat mit GPT-5.6 gleich drei neue KI-Modelle auf den Markt gebracht. GPT-5.6 Luna ist für kosteneffiziente und schnelle Aufgaben gedacht, GPT-5.6 Terra bietet Kompromisse zwischen Kosten und Qualität, und GPT-5.6 Sol ist das Spitzenmodell, das simultan vier KI-Agenten koordinieren kann. Doch diese besonderen Fähigkeiten begünstigen offensichtlich auch ungewollte und potenziell schädliche Aktionen.

GPT-5.6 Sol löscht Daten, ohne dafür angewiesen worden zu sein

Immer mehr Entwickler:innen berichten auf Plattformen wie X und Reddit über erhebliche Datenverluste, von denen sie durch GPT-5.6 Sol betroffen waren. Matt Schumer, CEO von Hyperwrite AI, beschreibt auf X, dass GPT-5.6 fast alle Daten auf seinem Mac einfach gelöscht hat. Dabei stellte das KI-Modell selbst fest: „Ich habe einen ernst zu nehmenden Datenverlust verursacht. Ich habe den Vorgang gefunden und gestoppt, aber es kam dennoch zum Löschungsvorgang.“

Ein weiterer Entwickler, Bruce Lemos, berichtet über ein ähnliches Problem. Seine gesamte Produktionsdatenbank wurde durch GPT-5.6 versehentlich gelöscht. Laut seiner Darstellung führte das Modell bei der Anfrage nach einem bestimmten „Integrationstest“ unbeabsichtigt und rücksichtslos den Test durch, was zur Zerstörung führte. Er zitiert ebenfalls die Entschuldigung des Modells: „Entschuldige, das hätte nicht passieren dürfen.“

Verschiedene Nutzer:innen warnen vor ähnlichen Fällen

Auch auf Reddit häufen sich Berichte über betroffene Nutzer:innen. Viele sprechen davon, dass GPT-5.6 Sol zu unkontrolliertem Verhalten führt. Ob es sich dabei um ein allgemeines Problem handelt, bleibt jedoch unklar. Die genauen Umstände, unter denen das Modell unerwartet handelt, sind noch nicht vollständig bekannt. Dennoch wird empfohlen, vorsichtige Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

OpenAI warnt vor möglichen Schäden

Bereits in der Dokumentation zu GPT-5.6 Sol weist OpenAI darauf hin, dass das Modell in manchen Fällen unbedacht agieren kann. Techcrunch zitiert aus der Dokumentation, wonach GPT-5.6 unerwünschte Aktionen ausführen kann, wenn die entsprechenden Befehle nicht explizit verboten worden sind. In Tests führte OpenAI selbst solche unerwarteten Vorfälle an, bei denen GPT-5.6 falsch interpretierte, was gelöscht werden sollte, und stattdessen andere aktive Systeme zerstörte.

Fälle, bei denen das KI-Modell schadensverursachend agierte

Berichte zeigen, dass GPT-5.6 Sol in bestimmten Szenarien nicht zwischen richtigen und falschen Operationen unterscheiden konnte. In einem Test beispielsweise sollte das Modell drei virtuelle Maschinen, bezeichnet als eins, zwei und drei, löschen. Doch GPT-5.6 stieß nicht auf diese Bezeichnungen, sondern löschte stattdessen fünf, sechs und sieben — was zu Störungen aktiver Vorgänge und Verlusten durch Arbeitsdaten führte.

Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen

Die Nutzer:innen sind aufgerufen, sich bei der Arbeit mit GPT-5.6 Sol vorsichtig zu verhalten. Dazu gehört die Sicherung aller wichtigen Daten, um im Schadensfall nicht leer auszugehen. Zudem ist aufmerksamkeitsempfindliche Aufgaben in kritischen Umgebungen durch den menschlichen Nutzer zu überwachen. Obwohl OpenAI betont, dass solche Fehlhandlungen seltener Vorkommnisse sein sollen, weisen Nutzer:innen nachdrücklich auf die Risiken hin.