EU verhandelt mit OpenAI und Anthropic über Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen
EU verhandelt mit OpenAI und Anthropic über Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen
Matthias Bastian
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11. Mai 2026
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OpenAI bietet der EU-Kommission proaktiv Zugang zu seinem neuen KI-Modell 5.5 für Cybersecurity an. Anthropic zeigt sich bei seinem Modell Mythos offenbar zurückhaltender. Die Gespräche offenbaren ein wachsendes Machtgefälle zwischen den KI-Anbietern und den europäischen Regulierern.
OpenAI hat der Europäischen Kommission angeboten, Zugang zu seinem neuen
KI-Modell GPT-5.5 Cyber
zu gewähren. Das bestätigte EU-Kommissionssprecher
Thomas Regnier während eines Pressbriefings
. Die Kommission begrüße "die Transparenz von OpenAI und die Absicht, der Kommission Zugang zu dem neuen Modell zu geben", so Regnier. Der Zugang soll es ermöglichen, das Deployment des Modells eng zu begleiten und Sicherheitsbedenken gezielter zu adressieren.
Laut Regnier laufen die Gespräche mit OpenAI bereits und sollen in dieser Woche fortgesetzt werden. Wer genau innerhalb der EU-Institutionen Zugang erhalten wird, sei noch nicht entschieden. Als mögliche Stellen nannte er die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA, das AI‑Office sowie die Cybersicherheitsabteilung der Generaldirektion DG Connect.
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Regnier nutzte das Briefing, um auf die Bedeutung der bestehenden und geplanten EU-Gesetzgebung hinzuweisen. Die Situation zeige, "dass die EU Recht hatte, die derzeit geltende Gesetzgebung zu verabschieden", darunter den AI‑Act und den Cyber Resilience Act. Zudem betonte er die Dringlichkeit, den vorgeschlagenen Cybersecurity-Act durch das Gesetzgebungsverfahren zu bringen.
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Anthropic ist laut Kommission nicht so weit wie OpenAI
Im Kontrast zu OpenAIs proaktivem Vorgehen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Anthropic offenbar schwieriger. Die Kommission hat laut Regnier bereits "vier bis fünf Treffen" mit
Anthropic zu dessen Modell Mythos
abgehalten, das die
Cybersecurity-Debatte erst so richtig in Gang brachte
.
Einen vergleichbaren Zugang wie bei OpenAI gibt es jedoch nicht. "Bei dem einen haben wir ein Unternehmen, das proaktiv anbietet, Zugang zu gewähren. Bei dem anderen haben wir gute Gespräche, sind aber bisher nicht an einem Punkt, an dem wir über einen möglichen Zugang spekulieren können", sagt Regnier.
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Auf die Frage eines Bloomberg-Journalisten, ob die Kommission Zugang zu Mythos verlangt habe, wich er diplomatisch aus: Das Ergebnis bei OpenAI wäre "ein ideales Ergebnis" auch für den anderen Fall.
Offen ist auch, wie ein solcher Zugang abgesichert würde. Politico fragte, ob die Kommission eigene Maßnahmen vorbereite, falls das AI‑Office, ENISA oder DG Connect Zugriff erhielten. Hintergrund war die Gefahr, dass der
Modellzugang selbst zum Risiko wird oder an böswillige Akteure gelangt
. Regnier nannte keine konkreten Maßnahmen: Die Kommission werde die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, wo sie gebraucht würden.
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Vor kurzem hatten wir berichtet
, wie wenig Einblick europäische Behörden in Anthropics neues Modell
Claude Mythos Preview
erhalten. Anthropic hatte den Zugang im Rahmen von "Project Glasswing" auf ausgewählte Technologiepartner und Cybersicherheitsfirmen begrenzt,
während allein das britische AI Security Institute Mythos bereits testen konnte
.
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Das zeigt ein strukturelles Problem: Europa verfügt zwar über Regeln wie den AI Act und neue Institutionen wie das AI Office, hat aber bislang weniger etablierten technischen Zugang zu Frontier-Modellen als das Vereinigte Königreich. Vor diesem Hintergrund ist OpenAIs Angebot an die EU-Kommission politisch relevant. Es könnte der Kommission genau jenen frühen Modellzugang verschaffen, der im Fall Mythos fehlte.
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Quelle:
EU
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