Nachfolger des Chromebook: Müssen Apple und Microsoft vor dem Googlebook zittern?
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Nachfolger des Chromebook: Müssen Apple und Microsoft vor dem Googlebook zittern?
Mit dem neuen Googlebook will das Unternehmen aus Mountain View den Laptop neu denken. Im Fokus steht der KI-Bot Gemini. Reicht das, um den Platzhirschen Microsoft und Apple gefährlich zu werden?
Von
Marco Engelien
13.05.2026, 14:30 Uhr
•
3 Min.
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Das Googlebook auf diesem Bild sieht aus wie ein normaler Laptop, soll die Kategorie aber neu definieren. (Bild: Google)
Im Juni 2011 gingen die ersten Chromebooks an den Start. Der Fokus damals: Ein minimalistisches Betriebssystem gewährte Zugriff auf den Chrome-Browser und eine grafische Oberfläche. Die Preise waren klein, die Leistung auch – der Speicher sogar winzig. Das lag an dem damals neuen Konzept. Die Daten der Nutzer:innen wanderten in die Cloud und nicht auf die SSD. Durchsetzen konnte sich das Konzept vor allem im Bildungssektor. In Schulen in den USA sind Chromebooks etwa eine feste Größe. Bei Privatnutzer:innen konnte das System trotz nachträglicher Maßnahmen wie der Integration des Play-Stores nicht so recht punkten.
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Mit dem Googlebook will das Unternehmen das jetzt offenbar ändern. Man sehe die Chance „Laptops neu zu denken“, heißt es in einem
Eintrag im Google-Blog
. Doch was heißt das nun? Am Formfaktor wird sich nichts ändern. Darauf lässt schon das Promo-Material schließen. Auch der neu gedachte Laptop sieht also aus wie ein Laptop.
Googlebook mit Fokus auf Gemini
Stattdessen steht ein „modernes Betriebssystem“ im Vordergrund, „das auf Intelligenz ausgelegt“ sei, wie das Unternehmen schreibt. Im Klartext: Der Fokus liegt auf Gemini. Um den KI-Bot ins Zentrum zu rücken, hat sich Google einige neue Funktionen ausgedacht. Dazu zählt der Cursor, den Google kurzerhand zum „Magischen Pointer“ umfunktioniert. Um Gemini zu aktivieren, soll es genügen, kurz mit dem Cursor zu wackeln. Die Assistenz soll den Kontext auf dem Bildschirm dann selbstständig erkennen und entsprechende Hilfen vorschlagen, etwa aus dem Datum in einer Mail direkt einen Termin generieren.
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Ein zweites KI-Feature heißt „Eigenes Widget erstellen“ und macht genau das, was der Name andeutet. Per Prompt könnt ihr euch Widgets auf dem Homescreen anlegen. Als Beispiel dafür nennt Google die Reiseplanung für einen Familientrip. Um alle wichtigen Infos dazu in einem Widget abzubilden, könne Gemini das Internet, aber eben auch die mit dem eigenen Google-Konto verbundenen Apps durchsuchen.
Googlebooks sollen Premium-Geräte werden. (Bild: Google)
Die dritte Säule, die vor allem Android-Nutzer:innen anziehen soll, ist die nahtlose Integration mit dem Smartphone. Auf Googlebooks könnt ihr wie auf Chromebooks Apps aus dem Play-Store installieren. Zusätzlich ist es möglich, vom Laptop auf die Apps auf dem Smartphone zuzugreifen, um etwa Nachrichten zu beantworten oder auf Dateien zuzugreifen und diese zu übertragen. Neu ist vieles davon nicht. Der Smartphone-Hersteller Nothing bietet bereits das Vibe-Coding eigener Apps, eine nahtlose Integration mit dem Smartphone bieten auch Apple und Microsoft an. Im Falle von Apple allerdings nicht in der EU.
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Zum Erfolg dank KI?
Offen bleibt zunächst, ob das Googlebook-Konzept am Ende wirklich bei den Nutzer:innen ankommen wird. Denn zum einen weist das Unternehmen darauf hin, dass die gezeigten Funktionen erst im Frühjahr 2027 verfügbar sein werden und für die nahtlose Zusammenarbeit mit dem Smartphone Android 17 vorausgesetzt wird. Dabei könnte das übliche Google-Problem zum Flaschenhals werden: die Android-Fragmentierung. Hersteller tun sich seit Bestehen des Systems schwer, zeitnahe Updates für ihre Nutzer:innen zur Verfügung zu stellen. Arbeiten Notebook und Smartphone dann nicht optimal zusammen, wäre das ein K.-O.-Kriterium.
Zum anderen zeigt gerade der Fall Microsoft deutlich, dass Nutzer:innen offenbar nicht darauf erpicht sind, an jeder Ecke des Betriebssystems auf neue KI‑Funktionen zustoßen. Microsoft hatte seinen Copilot großflächig in Windows 11 integriert. Computerbesitzer:innen reagierten genervt und äußerten vermehrt Kritik. Die Folge:
Microsoft lenkte ein
und kündigte an, den Einsatz von KI-Produkten wieder zurückzurollen.
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Signature-Element eines jeden Googlebooks soll diese bunte LED-Leiste sein. Kenner erinnern sich an das Chromebook Pixel. (Bild: Google)
Beim
aktuell offenbar sehr begehrten
Macbook Neo
spielt KI ohnehin nur eine Nebenrolle. Schließlich ist Apple Intelligence nach wie vor mit dem Label „Beta“ versehen. Die wenigsten werden das Gerät mit dem integrierten iPhone-Prozessor kaufen, weil sie darauf KI-Anwendungen laufen lassen wollen. Apple hat schlicht das herausgebracht, was sich viele gewünscht haben. Ein erschwingliches, ausreichend leistungsstarkes Notebook mit dem Lifestyle-Logo auf dem Deckel.
Ob Googlebooks in eine ähnliche Kerbe schlagen können, ist offen. Da das Unternehmen aber von „hochwertiger Hardware“ und „erstklassigem Design“ spricht, ist eher nicht davon auszugehen, dass die Geräte besonders preiswert werden. Google will sie nicht selbst bauen, sondern setzt dabei auf Hardwarepartner wie Asus, Acer, HP oder Dell. Diese haben auch Chromebooks auf den Markt gebracht. Geräte aus der stärksten Kategorie, Chromebook Plus, kosten mitunter mehr als das Macbook Neo, können, was den App-Support angeht, aber deutlich weniger.
Erste Geräte sollen laut Google ab Herbst 2026 in den Verkauf gehen. Wie gut sie angenommen werden, obwohl die Signature-Funktionen erst Monate später erscheinen, bleibt ebenso abzuwarten. Denn ein Leitsatz in der Technikwelt lautet, dass man Hardware niemals auf Basis von zukünftigen Software-Versprechen kaufen sollte.
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