Weil sich immer mehr Menschen Sorgen über die Risiken künstlicher Intelligenz machen, fordert die US-Regierung Zugang zu den KI-Modellen des Konzerns Meta, der auch Facebook und Instagram betreibt. Die US-Behörden wollen dabei die Sicherheit und die ethischen Konsequenzen der KI überprüfen. Meta jedoch hat die Prüfung bislang verweigert und betont, seine Modelle selbst genügten den Sicherheitsanforderungen.

Der Konflikt liegt in der Spannung zwischen staatlicher Überwachung und Unternehmensfreiheit. US-Präsident Joe Biden hat bereits angekündigt, neue Regulierungen im Bereich KI vorzulegen, die auch die Transparenz und Kontrollmöglichkeiten der Modelle regeln sollen. Die Regierung argumentiert, dass es unerlässlich sei, mögliche Missbrauchsszenarien durch KI vorzubeugen. Meta weist diese Forderung zurück und behält sich rechtliche Schritte vor.

Bis vor Kurzem war eine offene Diskussion über KI-Modelle vor allem in den USA üblich. Meta hatte zudem in der Vergangenheit selbst Forschungsinstitute wie das Facebook Artificial Intelligence Research (FAIR) ins Leben gerufen, um Entwicklungen in der KI-For­schtung transparent zu machen. Doch in den letzten Monaten hat sich der Konzern zurückgezogen und seine Modelle immer stärker als geheimhaltenswerte Eigentümlichkeiten dargestellt.

In der Diskussion sind verschiedene Modelle in den Fokus geraten. Dazu gehören auch „Llama 2“ und „Llama 3“, die unter anderen in der Forschungs- und Entwicklungsbranche stark verbreitet sind. US-Behörden kritisieren die fehlende Nachverfolgbarkeit bestimmter Entscheidungen, die die KI-Modelle autonom fällen könnten. Sie befürchten, dass KI-Systeme etwa bei Entscheidungen in der Medizin, bei der Finanzplanung oder bei der Bildung nicht immer menschlich verifizierbar seien.

Bis dato hat Meta keine offiziellen Gründe für die Prüfungsverweigerung genannt. Unternehmer, die eng mit Meta arbeiten, vermuten jedoch, dass der Konzern seine Modelle nicht öffentlich prüfen will, um Wettbewerbsvorteile zu schützen. Zudem könnten sensible Technologien, die Meta intern nutzt, entdeckt werden, falls staatliche Stellen Zugriff hätten. Dies würde auch zu Fragen innerhalb der EU führen, da sich Meta dort stark etabliert hat.

Weitere Sorgen bestehen hinsichtlich des globalen Umgangs mit KI. Wenn Meta sich dem Druck der US-Behörden unterziehen müsse, könnte das zu Konflikten mit anderen Ländern führen, so Kritiker. Besonders China und Russland könnten sich durch solche Maßnahmen von weiteren US-gesteuerten KI-Entwicklungen abgrenzen und stattdessen eigene künstliche Intelligenzen schaffen. Ein solches Szenario würde die Digitalwelt weiter spalten und zu einem Konkurrenzkampf führen.

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